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Der Verein beim 10. Europäischen Musiktherapie-Kongress

Servus!

Der Verein war vom 5. bis zum 9. Juli unterwegs im sommerlichen Wien, zu Gast bei dem 10. Europäischen Musiktherapie-Kongress. Unter den über 600 Teilnehmern aus ganz Europa und sogar über europäische Grenzen hinaus waren auch einige Mitglieder des Vereins vertreten.

Der Kongress fand unter dem Motto „A symphony of dialouges“ statt: eine Einladung zum Austausch von Erfahrungen, zum Vernetzen und Kontakte knüpfen. So waren rundum der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst jeden Morgen eine Masse an Musiktherapeuten zu beobachten – mit einem Kaffee in der Hand auf dem Weg zu Vorträgen und Workshops.

Der Verein konnte seine Arbeit in einem Workshop zum Thema „The Sound of Lost Homes“ präsentieren – eine tolle Chance, um sich unter Kollegen aus dem Fach auszutauschen! Und scheinbar hatten daran auch viele Menschen Interesse, denn der Workshop war voll besucht, mit Teilnehmern aus vielen verschiedenen Ländern.

Der Workshop wurde angeleitet von Tina Posselt (Gründerin des Vereins) und Monika Hoog Antink (Projekt Culture Sounds). Gleich zu Beginn war die Atmosphäre spürbar, als zur Begrüßung die Worte „Assalam alaikum“ in einem Lied erste Einblicke in die Arbeit mit Flüchtlingen bot. Die Teilnehmer des Workshops stimmten direkt in den Gesang ein und eine Verbundenheit schien zu entstehen – durch eigene Erfahrungen mit dem Thema, verschiedene Interessen und Erwartungen und ein erster Versuch, emotional mit dem Thema in Berührung zu kommen.

Der Workshop war eine ausbalancierte Mischung aus theoretischen und praktischen Elementen. So hat Tina ein Modell vorgestellt, welches zur theoretischen Gerüstbildung der musiktherapeutischen Arbeit des Vereins von ihr erstellt wurde. Dieses Modell basiert auf drei Stufen im therapeutischen Ansatz, welche im Verlauf des Workshops an praktischen Beispielen erläutert wurden. Hier wurden unter anderem Hörbeispiele aus der praktischen Arbeit aus dem Projekt Culture Sounds (einer Singgruppe mit Flüchtlingen in Hamburg) sowie aus der musiktherapeutischen Arbeit vorgestellt. Dabei ereigneten sich während des Workshops besondere Momente, als sowohl den energischen Trommelklängen sowie auch den ruhigeren Klängen des Gesangs in der Muttersprache, begleitet von einer Gitarre gelauscht wurden. Insbesondere ereignete sich ein emotionaler Moment, als eine Teilnehmerin des Workshops den genauen Text des gesungenen Liedes verstand und die Bedeutung mit der Gruppe teilte. In diesem Moment wurde die Kraft, welche im gemeinsamen Musizieren und Singen steckt, fühlbar und teilbar.

Besonders berührend war eine abschließende Improvisation mit den Teilnehmern des Workshops, wobei zwischen den Klängen verschiedener Instrumente zum Schluss die Worte des Anfangsliedes – Assalam alaikum – wieder in die Musik integriert wurden.

Rückblickend war das Interesse an der Thematik auf europäischer Ebene deutlich spürbar und der Austausch hat viele neue Ideen und Inspiration geweckt.

Der nächste europäische Musiktherapie Kongress findet dann in drei Jahren in Dänemark statt. Vielleicht kann auch da der Verein vertreten werden – mit bis dahin neuen Erfahrungen und Erlebnissen in der Arbeit mit Flüchtlingen.

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